Rückblick auf die 3. Beiratssitzung: TOP.KI nimmt Kurs auf die Zielgerade

Am 13. November 2025 traf sich der Beirat des Projekts TOP.KI zu seiner dritten Sitzung in Kassel beim ZFA. Im Fokus standen die richtungsweisenden technischen Weiterentwicklungen von TOP Assist, die Ergebnisse umfassender Evaluationen sowie die Planung für die Zeit nach dem Projektende.

Technische Meilensteine: Barrierefreiheit und Llama 4

Das Entwicklerteam berichtete über signifikante Fortschritte bei der Optimierung von TOP Assist:

  • KI-Update: Das Tool wurde erfolgreich auf die neue Version Llama 4 aktualisiert.
  • Inklusives Design: Die Benutzeroberfläche wurde gezielt im Hinblick auf Barrierefreiheit optimiert.
  • Barriere-Sensor: Die Integration eines speziellen Barriere-Sensors steht kurz bevor. Dass dieses Thema auf großes Interesse stößt, zeigt die Open-Source-Veröffentlichung der Datensätze, die bereits rund 700 Zugriffe verzeichnete.
  • Fachwort-Management: Ein neuer Fachwortfilter ermöglicht neben der automatisierten Erkennung nun auch die manuelle Identifizierung von Fachbegriffen per Mausklick.

Evaluation: Hohe Akzeptanz und klare Einstufung nach AI Act

Ein zentraler Punkt der Sitzung war die Präsentation der Evaluationsergebnisse. Besonders hervorzuheben ist die Einordnung von TOP Assist im Kontext des EU AI Acts: Da das Tool rein unterstützend wirkt und keine eigenständigen Entscheidungen trifft, wird es in den Bereich mit begrenztem Risiko eingestuft.

Insgesamt erhielt das System in den Usability-Befragungen und Experten-Tests gute bis sehr gute Bewertungen. Die Diskussion im Beirat bestätigte zudem, dass spezialisierte Systeme wie TOP Assist gegenüber allgemeinen KI-Lösungen (wie ChatGPT) deutliche Vorteile beim Datenschutz, der Geheimhaltung und dem Fachwörterkorpus bieten.

Nachhaltigkeit: Wie geht es mit TOP Assist weiter?

Damit die wertvollen Ergebnisse des Projekts dauerhaft verfügbar bleiben, arbeitet das Team intensiv an einem Verwertungskonzept.

  • Finanzierung: Es gibt positive Signale von Prüfungserstellungseinrichtungen für eine dauerhafte Finanzierung, etwa durch einen geringen Aufschlag auf Prüfungssätze.
  • Betriebsmodelle: Diskutiert werden verschiedene Modelle, von einer frei verfügbaren Basisversion bis hin zu individuell gehosteten Lösungen für Organisationen mit hohen Sicherheitsanforderungen.
  • Projektverlängerung: Um diese Weichenstellungen final abzuschließen, wurde eine kostenneutrale Verlängerung des Projekts bis zum 31.08.2026 beantragt.

Der morgendliche Bahnhof Wilhelmshöhe

Ausblick: Fachtagung und neues Folgeprojekt

Die Vorfreude auf die Fachtagung KI trifft Prüfungswesen am 3. Februar 2026 in Berlin ist groß – bereits Mitte November lagen über 90 Anmeldungen vor.

Parallel dazu plant das Konsortium bereits die Zukunft: Eine neue Projektskizze wurde erstellt, die den Fokus über die Sprache hinaus auf den gesamten Prozess der barrierefreien Prüfungsorganisation und -durchführung weitet. Ziel ist es, auf Basis der bisherigen Erfolge weitere unterstützende KI-Tools zu entwickeln.

Wir danken allen Beiratsmitgliedern für die konstruktive und motivierende Zusammenarbeit!

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